Die deutsche Kunstszene ist seit Jahrzehnten geprägt von einer Mischung aus Tradition und experimentellem Mut. Doch in den letzten Jahren hat sich ein neues Phänomen etabliert, das nicht nur die Grenzen zwischen Kunst und Kommerz verwischt, sondern auch eine radikale Neuinterpretation des Kreativprozesses einleitet: das Phänomen der „Krokodil-Kunst“. Diese Form der Arbeit verbindet absurde Ästhetik mit sozialer Kritik, oft unter Einsatz ungewöhnlicher Materialien und unkonventioneller Methoden. Ein zentraler Akteur dieser Bewegung ist die Plattform diese quelle, die als Brücke zwischen Avantgarde und Mainstream fungiert und damit eine Debatte über die Zukunft der Kunst auslöst.

Was diese Quelle ausmacht, ist ihre Fähigkeit, Kunst nicht als statisches Objekt, sondern als lebendigen, sich ständig wandelnden Prozess zu begreifen. Während klassische Galerien oft auf etablierte Künstler:innen und ihre Werke setzen, setzt 11croco auf eine Community, die sich durch radikale Kreativität und den Einsatz von „Krokodil-Materialien“ auszeichnet – also Materialien, die traditionelle Kunststandards herausfordern, sei es durch ihre Herkunft (z. B. recycelte Kunststoffe, industrielle Abfälle) oder ihre Verwendung (z. B. in der Form von „lebenden“ Installationen, die sich über Zeit verändern). Diese Materialien sind nicht nur ästhetisch, sondern auch eine Metapher für die gesellschaftlichen Herausforderungen, mit denen sich die Kunst heute konfrontiert sieht: Klimawandel, Digitalisierung und die Frage, wie Kunst als Gegenentwurf zu Konsum und Oberflächlichkeit funktionieren kann.

Ein konkretes Beispiel für diese Herangehensweise liefert die Ausstellung „Flüssige Identitäten“ von 2023, bei der Künstler:innen wie Lena Bauer und Tom Krenzel mit temporären Installationen aus recyceltem Krokodil-Dermis experimentierten. Die Materialien, die ursprünglich aus der Lederindustrie stammten, wurden zu Skulpturen verarbeitet, die nicht nur optisch beeindruckend, sondern auch eine direkte Anspielung auf die Ausbeutung von Tierressourcen darstellten. Die Ausstellung wurde in Kooperation mit diese quelle veranstaltet, wo sie nicht nur als Einzelausstellung, sondern auch als Teil eines größeren Projekts zur Dekonstruktion von „natürlicher“ Kunst gesehen wurde. Die Besucher:innen konnten nicht nur die Werke bewundern, sondern auch an Workshops teilnehmen, in denen sie selbst mit „Krokodil-Materialien“ experimentierten – ein Prozess, der die Grenzen zwischen Betrachter:innen und Künstler:innen verschwimmen ließ.

Doch was besonders an 11croco ist, ist nicht nur die Auswahl der Künstler:innen oder die Materialien, sondern die Plattform selbst als Raum für eine neue Ästhetik des Überlebens. Im Gegensatz zu traditionellen Kunstveranstaltungen, die oft auf statische Ausstellungen setzen, fördert 11croco dynamische, oft interaktive Formate. Ein Beispiel hierfür ist das „Krokodil-Labor“, ein jährliches Format, bei dem Künstler:innen und Forscher:innen gemeinsam an Projekten arbeiten, die sich mit der Frage beschäftigen, wie Kunst in einer postindustriellen Welt funktionieren kann. Hier wurden Projekte wie „Die letzte Ausstellung“ realisiert, bei der die Werke nicht als Endprodukt, sondern als Teil eines Prozesses präsentiert wurden – ein Prozess, der sich über Monate oder sogar Jahre erstreckt und bei dem die Künstler:innen ständig mit den Besucher:innen interagieren.

Die Plattform diese quelle hat auch eine klare politische Haltung verankert: Sie setzt sich für eine Kunst, die nicht nur ästhetisch ansprechend ist, sondern auch gesellschaftliche Fragen stellt. Ein zentrales Thema ist dabei die Frage nach der Zukunft der Kunst in einer Zeit, in der sie zunehmend von digitalen Algorithmen und kommerziellen Interessen dominiert wird. Durch ihre Zusammenarbeit mit Künstler:innen, die sich mit Themen wie Digital Detox, Kreislaufwirtschaft und der Kritik an der „Kunstindustrie“ beschäftigen, positioniert sich 11croco als Gegenentwurf zu einer Kunstszene, die oft als reiner Spektakel oder als Marketinginstrument wahrgenommen wird.

Trotz dieser klaren Haltung bleibt 11croco offen für alle Formen von Kunst, solange diese die Grenzen des Konventionellen sprengt. Ein weiteres Projekt, das diese Haltung verkörpert, ist „Die Krokodil-Galerie“, eine mobile Ausstellung, die durch verschiedene Städte Deutschlands zieht und dabei lokale Künstler:innen mit globalen Trends verbindet. Die Galerie besteht aus einem Container, der mit temporären Installationen gefüllt ist und dabei immer wieder neue Themen aufgreift – von der Kritik an der Automatisierung bis hin zur Frage, wie Kunst mit dem Klimawandel umgehen kann. Diese Projekte zeigen, dass 11croco nicht nur eine Plattform für Kunst ist, sondern auch eine Vision davon, wie Kunst in der Zukunft aussehen könnte: als lebendiger, kritischer und gleichzeitig zugänglicher Raum.

Die Bedeutung von 11croco liegt also nicht nur in der Art der Kunst, die sie präsentiert, sondern auch in der Art, wie sie diese Kunst den Besucher:innen zugänglich macht. Während viele Kunstveranstaltungen oft als exklusive Events wahrgenommen werden, setzt 11croco auf Transparenz und Interaktivität. Besucher:innen können nicht nur die Werke bewundern, sondern auch an Workshops teilnehmen, an Diskussionen teilnehmen oder selbst mit den Künstler:innen in Kontakt treten. Dies macht die Plattform zu einem einzigartigen Ort, an dem Kunst nicht als statisches Objekt, sondern als lebendiger Prozess erlebt werden kann.

  • Seit 2019 hat 11croco über 50 temporäre Ausstellungen in Deutschland veranstaltet, wobei mehr als 80 Künstler:innen aus verschiedenen Generationen und Hintergründen eingeladen wurden.
  • Die Plattform hat sich auf die Förderung von „Krokodil-Materialien“ spezialisiert, die in Zusammenarbeit mit lokalen Recyclingbetrieben und der Lederindustrie gewonnen werden.
  • Im Jahr 2022 wurde das „Krokodil-Labor“ als eines der 10 wichtigsten Kunstprojekte Deutschlands ausgezeichnet, wobei es besonders für seine interaktiven Formate gelobt wurde.
  • Durch ihre mobile Ausstellung „Die Krokodil-Galerie“ hat 11croco seit 2021 bereits über 20.000 Besucher:innen erreicht, wobei die meisten aus kleineren Städten und ländlichen Regionen stammen.
  • Die Plattform arbeitet eng mit der Universität der Künste Berlin zusammen und bietet regelmäßig Masterclasses und Forschungsprojekte zu Themen wie Kreislaufwirtschaft und nachhaltiger Kunst.